Wissenswertes

Wenn's im Heizkörper gluckert

Münster, 30.11.2014 von Heike Neuborn

Wird ein Heizkörper nicht mehr vollständig warm und es rauscht oder gluckert, dann muss das Heizungssystem entlüftet werden.

Was Sie dafür benötigen:
- einen Entlüftungsschlüssel
- alte Handtücher/Lappen um Fußboden und Tapeten vor Spritzwasser und Wassertropfen zu schützen
- eine Auffangschale, Becher oder Trinkglas, das Sie auch mit warmen bzw. heissen Inhalt gut halten können und von der Größe unterhalb des Heizkörperventils passt.

TIPP Am besten geeignet ist ein Gummi-Gips-Becher. Der ist leicht zu halten, flexibel für enge Stellen und schützt vor dem heissen Heizungswasser.

1. als erstes werden an allen Heizkörpern in der Wohnung die Thermostatventile voll aufgedreht bis zur höchsten Stufe. Nun ungefähr eine 1/4 bis halbe Stunde warten.

2. Gestartet wird mit dem Heizkörper, der am weitesten vom Wohnungsabsperrventil oder der Etagenheizung entfernt ist. Sollten Sie über mehrere Etagen wohnen, beginnen Sie mit dem Heizkörper, der am höchsten gelegen ist.

3. Am anderen Ende des Heizkörpers gegenüber des Thermostatventils finden Sie ein oder mehrere Ventile. Halten Sie das Auffanggefäß unter die Ventilöffnung. Manche Ventilausläufe sind an einem Ring und können etwas nach oben oder unten gedreht werden, um besser dran zu kommen. Nun wird das Ventil vorsichtig mit dem Entlüftungsschlüssel mit einer halben Drehung geöffnet. Nicht zu weit drehen, damit das Ventil schnell wieder geschlossen werden kann, wenn das Heizungswasser rausströmt.

4. Wenn das Ventil offen ist, sollte es jetzt Zischen und ein Duft von faulen Eiern aus der Öffnung strömen. Danach tropft oder spritzt unregelmäßig - meist schwarzes - Heizungswasser aus der Ventilöffnung. Sobald ein regelmäßiger Wasserstrahl folgt, das Ventil wieder schließen. Anschließend nacheinander die anderen Heizkörper entlüften. Nicht vergessen, vorbei getropftes Heizungswasser oder Spritzer sofort wegwischen.

Sollte es nach ein paar Tagen wieder anfangen zu gluckern, informieren Sie bitte Ihren Hausmeister oder die Hausverwaltung. Wahrscheinlich ist dann zu wenig Wasser im Gebäudeheizkreislauf. Wenn dieser aufgefüllt wurde, bitte noch einmal die Punkte 1. bis 4. wiederholen. Jetzt sollten Sie wieder eine warme und ruhige Heizung haben.

Bei Etagenheizungen gehen Sie genauso vor. Das Heizungswasser können Sie meist selbst mit Hilfe eines Gartenschlauchs vom Bad- oder Küchenwasserhahn zur Therme auffüllen. Kontrollieren Sie hier zunächst den Stand der Wasserdruckanzeige (Manometer). Die meist grüne Markierung sollte nicht über oder unterschritten werden. Wasser nur sehr langsam auffüllen und dabei das Manometer im Auge behalten. Warten Sie nach dem Auffüllen eine Stunde bei laufender Heizung und voll aufgedrehten Heizkörpern, um dann die Schritte 1. bis 4. nochmals durchzuführen. Falls Sie nicht genau wissen, was zu tun ist, fragen Sie bei Ihrem Vermieter, dem Hausmeister oder der Hausverwaltung nach.

Eine gut entlüftete und richtig befüllte Heizungsanlage arbeitet effizienter, wärmt besser, senkt die Heizkosten und schont die Umwelt.

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