Wissenswertes

Was tun bei Starkregen und Wassereinbruch

Münster, 28.07.2014 von Heike Neuborn

Überflutete Keller oder Wohnräume sind ein Alptraum. Neben Hochwasser sind starke bis sintflutartige Regenfälle, defekte oder fehlende Rückstauklappen oder durch Kellerwände eindringendes Grundwasser die häufigsten Ursachen. Um Schäden möglichst gering zu halten, sollte schnell gehandelt, aber auch ein kühler Kopf bewahrt werden.

Grundregeln für den Notfall:

Laufen Keller oder Wohnräume bereits voll:

  1. Ruhe bewahren - bringen Sie sich niemals selbst in Gefahr!
  2. Strom ausschalten - sonst Stromschlaggefahr oder Kurzschluss
  3. Hausmeister / Immobilienverwaltung informieren
  4. Heizungsanlage NOTAUS betätigen und Gas-/Ölhahn zu sperren, Öltank beschweren
  5. Aufzugsanlagen: Kabine in die höchstgelegene Etage fahren und nicht mehr benutzen! - NOTAUS betätigen
  6. Tiefgaragen: Rolltor nach oben fahren und NOTAUS betätigen. Doppelparkanlagen nicht mehr betreten
  7. bei Leitungswasserschaden Haupthahn und/oder Absperrventile zu drehen
  8. Leck oder Einbruchstellen abdichten mit Decken, alten Handtüchern, Bettlaken oder Plastiktüten
  9. Sachen hochstellen oder rausräumen
  10. keinen Keller mehr betreten, wenn viel Wasser zu schnell eindringt. Starker Sog und Druck können entstehen und den Rückweg versperren.

 

Aufräumarbeiten

Um Schäden an der Bausubstanz und Schimmel zu vermeiden, sollte das Wasser schnellstens wieder raus aus den Räumen

  1. Fotos machen für die Versicherung, wenn möglich auch schon vor einem Unwetter um vorher / nachher zu dokumentieren
  2. als Mieter sollte man umgehend seinen Vermieter informieren und eine Frist von 14 Tagen zur Mängelbeseitigung
  3. (Trockunung) setzen. Bleibt der Keller oder die Wohnung nass oder der Vermieter untätig, kann die Miete gemindert werden.
  4. für Rohrbrüche kommt die Gebäudeversicherung auf, da es sich hier um einen bestimmungswidrigen Austritt von Leitungswasser handelt
  5. bei eingedrungenem Hochwasser oder Starkregen haftet die Gebäudeversicherung nur, wenn zusätzlich Elementarschäden abgesichert sind
  6. wenn vorhanden mit Tauchpumpen oder Nass-Trockensaugern Wasser entfernen oder klassich mit Lappen und Eimer
  7. bei eigen organisierter Trocknung keine ungeeigneten Geräte verwenden, wie z.B. Terrassenheizstrahler (Kohlendioxidvergiftung)
  8. falls Sie nicht mehr Herr der Lage sind, hilft die Feuerwehr (02 51.20 25 0) oder das Technische Hilfswerk THW (02 51.77 85 44). Die Einsätze sind allerdings kostenpflichtig.
  9. aus vollgelaufenen Kellern müssen alle nassen Gegenstände wie Teppiche, altes Gerümpel entfernt werden
  10. mit Heizen und Lüften ist es in der Regel nicht getan, gegebenfalls Trocknungsgeräte aufstellen
  11. Achtung bei schwimmenden Estrich und Lamminatböden: wenn das Wasser zum Beispiel durch die Randfugen unter den Bodenbelag in die Dämmung eingedrungen ist, kann es von alleine nicht mehr heraus. Wird hier nicht fachgerecht getrocknet, kann sich Schimmel ausbreiten. Dann muss der befallene Fußboden komplett rausgerissen und erneuert werden
  12. trocknet der Putz nicht, muss dieser abgeschlagen und erneuert werden
  13. Achtung war schon Schimmel vor dem Wasserschaden vorhanden, können durch Trockungsgeräte und Sanierugsmaßnahmen die Schimmelsporen im ganzen Haus verteilt werden

 

Vermeidung von Wasser- und Sturmschäden

  1. Rückstauklappen installieren, regelmäßig warten und kontrollieren
  2. Abflüsse, Gullies, Dachrinnen, Drainrinnen regelmäßig kontrollieren und säubern
  3. Kellerlichtschächte sauber halten
  4. Dächer von Moos frei halten
  5. falls man Einfluss hat, das Grundtück nicht zu sehr versiegeln, Rasengittersteine anstelle von Teer oder Plastersteinen verlegen, Grünflächen/Beete zum Versickern schaffen
  6. im Keller alles auf Europaletten stellen, Waschmaschine/Trockner auf Steinsockel
  7. Fenster vor Verlassen des Hauses und bei Unwetterwarnungen geschlossenen halten
  8. Soweit vorhanden, Rollläden runter lassen
  9. Autos aus den Tiefgaragen fahren, insbesondere aus den Parkgruben von Hebebühnen, einen freiliegenden Parkplatz, am besten in erhöhter Lage, suchen
  10. Unwetterwarnungen ernst nehmen
  11. überlegen, ob Elementarschäden in die Gebäudeversicherung mit versichert werden sollten
  12. Ziegel und Fassaden regelmäßig kontrollieren
  13. leichte Gegenstände, wie Sonnenschirme, Blumenkästen und Plastikmöbel im Garten, auf der Terrasse oder Balkon gut sichern

 

Passieren Wasserschäden öfter, empfiehlt es sich eine starke Tauchpumpe mit kleinem Feuerwehrschlauch anzuschaffen. Die Feuerwehr kann nicht überall gleichzeitig sein. Die Fa. Jung Pumpen bietet eine s.g. Flutbox an.

 

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